Hallo! Ich bin Angelika Thomsen.
Meine Ausbildung zur Erzieherin habe ich gemacht, weil ich glaubte, dass
es nur eine Frage der Erziehung ist, um die Welt zu verändern. Das
geplante Studium der Sozialpädagogik wurde dann schnell vergessen,
als ich die damalige Heimerziehung - Ulrike Meinhoffs' "Bambule"
war gerade in aller Munde - kennenlernte und irgendwie das Gefühl
hatte, dass Veränderungen mit dem eigenen "Tun" anfangen.
So habe ich dann sechs Jahre lang in einer Behinderteneinrichtung gearbeitet.
Ich habe dort sehr viel von den Menschen gelernt. Vor allem: Toleranz,
Akzeptanz und das jeder Mensch ein großes kreatives Potential in
sich trägt.
Danach zog es mich in die Jugendarbeit. Auf der Grundlage der gemeinwesenorientierten
Sozialarbeit arbeite ich seit 1982 in einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein.
Ich bin dort Fachaufsicht für die Kindertageseinrichtungen, sowie
für die Koordinierung der Jugendarbeit, der Jugendhilfeplanung, für
Konzeptentwicklungen, für Beteiligungsprozesse und die Spielräume
zuständig.
Eine Zusatzqualifikation zur Jugendhilfeplanerin habe ich durch Ausbildungsgänge
des Ministeriums für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau
des Landes Schleswig- Holstein erworben.
Unter der Leitung von Prof. Waldemar Stange wurde ich im Rahmen der "Demokratiekampagne"
des Landes Schleswig - Holstein als "Moderatorin für Kinderfreundlichkeit
und Alltagsdemokratie ausgebildet." Zusammen mit dem Deutschen Kinderhilfswerk
fördert die Gemeinschaftsaktion "Schleswig-Holstein - Land für
Kinder" die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kommunalen
Entscheidungen oder Planungen, die sie direkt betreffen.
Die Initialzündung für mich diese Moderatorenausbildung zu
absolvieren, war die Begegnung mit Dr. Dieter Tiemann, der maßgeblich
für die Demokratiekampagne in Schleswig- Holstein verantwortlich
war. Sein Enthusiasmus faszinierte mich, und ich erkannte eine Chance
- hier wurde für mich in Sachen Kinder- und Jugendpolitik nun endlich
Schritte in die richtige Richtung unternommen.
Und da wollte ich dabei sein.
Bei den 3 Moderatoren, bin ich wohl die "Antreiberin" , die
auf die Einhaltung des Zeitlimits drängt, die auf Stichwort so herrlich
in Phantasien abschweifen kann und es - zu meiner eigenen Überraschung
- dennoch immer irgendwie schafft, die Dinge in eine Struktur zu bringen.
Spannend finde ich Partizipationsprozesse im Bereich Stadtteilplanungen
und Dorfentwicklungen zu begleiten - so zum Beispiel das "Depotprojekt".
BürgerInnen gestalten hier ein wirklich großes Stück Zukunft
- müssen aber auch einen "langen Atem haben", denn die
Umsetzung kann erst in späteren Jahren erfolgen.
So ist zwar nicht viel aus der "Weltveränderung" geworden,
aber dabei sein zu können, wenn Menschen ihre "kleinen Welten"
der Spielräume, Schulhöfe, Stadtteile, Dörfer etc. gestalten
ist doch auch was - oder ?
Und ich glaube immer noch, dass Veränderungen mit dem eigenen "Tun"
anfangen.
Vielleicht auch ein Grund , warum ich so gerne Beteiligungsprozesse moderiere.
Matthias
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