Moderation
Die Moderation hat eine eigene Geisteshaltung und besteht nicht nur aus
technischen Methoden. Diese Geisteshaltung ist die Grundlage, auf der
die einzelnen Techniken aufbauen. Philosophie und Methode sind untrennbar
miteinander verbunden, denn die Anwendung der Techniken -ohne die betreffende
Einstellung zu den Menschen - führt unweigerlich zur Manipulation.
Die Moderation ist eine Form des interaktionellen Lernens und Arbeitens.
Ihre Wurzeln liegen in der Pädagogik, Humanistischen Psychologie,
Soziologie und Gruppendynamik. Grundlage ist eine spezielle Wertehaltung
zu Menschen. Sie findet Ausdruck im demokratischen Arbeitsstil der Gruppe,
im verantwortlichen Denken und Handeln des einzelnen und der Akzeptanz
gegenüber Andersdenkenden. Ziel der Wertehaltung ist: Humanes Lernen
und Arbeiten.
Der Wahlspruch der Moderation lautet: "Aus Betroffenen Beteiligte
machen!" Der zentrale Gedanke: Gemeinsames Wissen nutzen und potenzieren.
Der Weg ist individuell abgestimmt auf das Ergebnis bzw. Ziel. Die Gruppenzusammensetzung
ist offen, damit eine motivierte, reife Zusammenarbeit möglich ist.
Der Moderator versteht sich als Dienstleister der Gruppe. Er erarbeitet
mit der Gruppe Spielregeln des eigenen Umgangs. Zentraler Ausgangspunkt
dabei ist die Frage: "Wie kommen wir gemeinsam schnell zu brauchbaren
Ergebnissen?" Störungen haben demgemäss immer Vorrang,
da sie die effektive Arbeit der Gruppe behindern. Die Gruppe zu einer
Reife führen, so dass der Moderator sich selbst überflüssig
macht und die Gruppe Ihre Aufgaben in Eigenregie weiterführt - das
ist das Idealziel.
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Zukunftswerkstatt
Diese Methode stammt aus den 60er Jahren und wurde von dem Zukunftsforscher
Robert Jungk erfunden.
Kernpunkt dieser Methode sind 3 zeitlich hintereinander
liegende Arbeitsphasen
1. Kritikphase
2. Phantasiephase
3. Umsetzungspase
Zukunftswerkstätten dauern mindestens 1 Tag und sind für Gruppen
von 15 bis 30 Personen geeignet, die eine gemeinsame Interessenlage bzw.
Motivation haben, in ihrem Lebensumfeld etwas zu verändern z.B. Umgestaltung
des Marktplatzes oder eine Jugendgruppe plant ihr neues Jugendzentrum
oder ihre neue Skater-Anlage.
Dabei spielt das Alter der TeilnehmerInnen keine große Rolle, es
wurden bereits Zukunftswerkstätten mit Kleinkindern aus Kindergärten,
aber auch mit BewohnerInnen aus Altenheimen durchgeführt.
Am Abend der Zukunftswerkstatt findet eine öffentlichkeits- und
pressewirksame Präsentation statt, auf der allen eingeladenen PolitikerInnen
und am Projekt Interessierten die Arbeitsergebnisse mitgeteilt und vorgeführt
werden.
Grundbedingung für die 3 Moderatoren ist, dass für das geplante
Projekt sowohl finanzielle Mittel bereit stehen als auch eine Akzeptanz
bei der Kommune bzw. Institution besteht, in der etwas verändert
werden soll.
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Zukunftskonferenz
Der wesentliche Unterschied zu einer Zukunftswerkstatt liegt in darin,
dass die TeilnehmerInnen von einem Komitee, das aus Vertretern des Veranstalters
und den Moderatoren besteht, aus den jeweiligen Interessengruppen sorgfältig
ausgewählt werden.
Außerdem wird eine möglichst hohe Variationsbreite auch in
demographischer Hinsicht ( Alter, Geschlecht, Herkunft, Beruf ) angestrebt.
Die Idee besteht darin, "ein gesamtes System" (z.B. ein Dorf)
in den Konferenzraum zu holen, um alle Aspekte des Themas ( z.B. Dorferneuerung)
für die zielorientierte Arbeit zu gewinnen.
Die Zukunftskonferenz kann mit Gruppen nvon 30 - 100 Personen abgehalten
werden, wobei die Untergruppen an den Tischen immer aus 8 Personen bestehen
sollte.
Eine ideaele Zukunftskonferenz besteht aus 8 Tischen a 8 Personen = 64
Personen !
Eine Zukunftskonferenz besteht aus 3 Tagen, an denen in gemischten Gruppen
folgendes abgehandelt wird
1. Tag: Blick in die Vergangenheit
2. Tag: Gegenwartstrends "Liste von Prouds and Sorries" und
Zukunftsszenarios
3. Tag: Gemeinsame Ziele, mögliche Projekte und Projektplanung
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Open Space - das Gesetz der zwei Füße
Open Space ist eine vom Amerikaner Harrison Owen entwickelte Konferenzmethode
speziell für größere Gruppen.
Eine Tagesordnung oder Agenda gibt es nicht, sondern es steht lediglich
das Motto der Veranstaltung fest, das Spielraum für viele Ideen zulassen
muß. Die Veranstaltung wird von der Selbstorganisation, der Entscheidungsfreiheit
und der Kreativität der Teilnehmer getragen.
Zu Beginn und Ende der Workshops sammeln sich die Teilnehmer zum Erfahrungs-austausch
im Plenum. Jeder Konferenzteilnehmer, der ein Anliegen oder ein Thema
hat, das ihm unter den Nägeln brennt, beruft einen Workshop ein,
an dem mitarbeiten kann wer möchte. Themen und Zeiten der Workshops
hängen zur Orientierung aller Teilnehmer an einem Schwarzen Brett.
In Kleingruppen werden Lösungsvorschläge und Ideen erarbeitet,
die protokolliert werden. Wer sich für das Thema nicht mehr interessiert,
wechselt den Workshop oder macht ganz einfach eine Pause.
Das Gesetz der zwei Füße ist oberstes Prinzip der Open Space
Technology, deren weitere Grundsätze lauten:
1. "Wer auch immer kommt - es sind die richtigen Leute."
Es spielt keine Rolle, wie viele Personen in einen Workshop kommen und
welchen Status sie haben. Es zählt nur das Interesse und die gemeinsame
Leidenschaft für das Thema.
2. "Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen
kann."
Es verläuft nicht immer alles so, wie man es erwartet, doch meist
sind die ungeplanten Dinge die kreativsten. Gerade das Unkonventionelle
erzeugt echte Lernerfahrungen
3. "Es fängt an, wenn die Zeit reif ist."
Geistige Energie richtet sich nicht nach der Uhr - Unpünktlichkeit
ist erlaubt.
4. "Vorbei ist vorbei."
Wenn alles Wesentliche schneller besprochen ist, als ursprünglich
kalkuliert, lohnt es nicht, gemeinsam die verbleibende Zeit abzusitzen.
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