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Der ideale Schülervertreter,
wir haben ihn...
entworfen.
Leider existiert er (oder sie) nur auf dem Papier, aber wir wissen genau,
wie sie (oder er) aussehen soll, welche Eigenschaften er (oder sie) haben
sollen und über welche Kenntnisse sie ( oder er) verfügen sollen.
Das Ideal gibt es noch nicht! Gentechnisch soll das heute ja kein Problem
mehr sein, aber wir haben einen anderen Weg gewählt: 28 Schülerinnen
und Schüler aus dem Schulzentrum Glinde haben sich in einem dreitägigen
Seminar "fit für Mitbestimmung" in der Schule gemacht.
Unter der Anleitung der drei Moderatoren sowie Barbara Veldten aus Kiel
haben Vertreterinnen aus der SV, Klassensprecher und interessierte Nachwuchskräfte
sich zu verschiedenen Themen des Schulalltages Gedanken gemacht.
Es gab drei wichtige Themenbereiche:
1. Rechte und Pflichten der SV und der Schulkonferenz
2. Kommunikation und Rhetorik
3. Vertrauen in die eigene Person und in das eigene Handeln.
Achtung, da die Mehrheit im Seminar weiblich war, schreibe ich in der
weiblichen Form weiter, meine aber immer Jungen und Mädchen!
Gerade die eigene Unsicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen,
insbesondere unter Stressbedingungen, wurden in mehreren Übungen
thematisiert. Ob in spielerischer Form am Abend, wo man sich blind auf
seine Partnerin einstellen mußte oder sehr ernsthaft, wenn man vor
der Situation stand, vor der gesamten Gruppe einen exotischen Tanz vorführen
zu müssen. Dabei war festzustellen, dass sich viele schon etwas entspannen
können, wenn sie die Gewißheit haben, das es allen anderen
mindestens genauso schlecht geht, wie ihnen selbst.
Es gab weitere Fragen in diesem Projekt:
Wo liegen eigentlich meine Stärken und meine Schwächen?
Wie gehe ich damit um?
Wie schätze ich mich selber ein und wie sehen mich andere?
Diese Fragen sind ausgesprochen spannend und sollen dazu beitragen, sich
selbst zunächst so zu akzeptieren, wie man ist. Die eigenen Fähigkeiten
und Fertigkeiten einsetzen und an den Schwächen arbeiten. Das sind
die ersten Schritte zu Selbstsicherheit und Entschlossenheit.
Trotz der vielfältigen Erfahrungen in diesem Seminar blieben einige
Wünsche offen bzw. es wurde das Interesse geweckt, einige Themen
zu vertiefen. Dazu hat diese Gruppe im Herbst Gelegenheit, wenn das Pilotprojekt
fortgesetzt wird.
Ebenfalls an drei Tagen soll ein großer Teil des Wunschzettels
abgearbeitet werden:
mehr Streßübungen,
mehr Kommunikationstraining,
mehr Information über Rechte und Pflichten, mehr Vertrauen
und...
mehr Wellness,
denn es gab auch sehr entspannte Einheiten, wo wir viel Spaß hatten
und wir es uns gut gehen ließen.
Wir, die Moderatoren, sind in diesem Seminar auf eine aufgeschlossene,
fleißige und kreative Gruppe junger Menschen gestoßen, die
alle daran interessiert sind, etwas an ihrer Schule zu bewegen, d.h. zu
verbessern. Sie haben Lust, neue Dinge auszuprobieren, Verantwortung zu
übernehmen und scheuen nicht den konstruktiven Dialog mit Eltern,
Lehrerinnen und Mitschülerinnen. Sie wollen ernst genommen werden
und tun etwas dafür.
Bei diesem Projekt "Fit for Mitbestimmung", das im Rahmen
der Demokratiekampagne vom Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend
und Familie des Landes Schleswig-Holstein gefördert wird, soll die
Grundidee der Schulkonferenz aufgegriffen werden. Wenn die drei Parteien,
Schülerinnen, Eltern und Lehrerinnen, gleichberechtigt zusammenkommen
und kommunizieren sollen, müssen als erstes die Voraussetzung für
einen hierarchiefreien Dialog geschaffen werden. Das ist ein Lernprozess
für alle Beteiligten. Deshalb werden im nächsten Schritt auch
die Lehrerkollegien und Elternvertretungen in dieses Projekt einbezogen.
Aber das ist der nächste Schritt, geplant für den Herbst diesen
Jahres, und über den berichten wir, wenn wir ihn erreicht haben.
Euer Matthias!
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